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Gesundheit & Medizin Magazin

Erster geheilte Aids-Patient ist doch nicht ganz HIV-frei

AIDS/HIV  (Foto: Sebastian Czapnik | Dreamstime.com)

AIDS/HIV (Foto: Sebastian Czapnik | Dreamstime.com)

Bislang war man davon ausgegangen, dass der erste Patient, der mit einer Knochenmarksübertragung eines immunen Spenders geheilt wurde, frei von HIV ist. Jetzt hat man aber Spuren des Virus in der Darmschleimhaut entdeckt.

Berlin – Im Körper des ersten als geheilt geltenden Aids-Patienten Timothy Ray Brown sind offenbar doch Partikel des Aids-Erregers HIV vorhanden. Das berichtet das Nachrichtenmagazin “Focus” unter Berufung auf Browns Arzt, den Hämatologen Gero Hütter. Der Mediziner berichtete “Focus”, Ärzte in San Francisco hätten in der Darmschleimhaut des 46-Jährigen “Spuren von HIV” entdeckt.

Brown selbst spricht in einer schriftlichen Stellungnahme für “Focus” von “toten Partikeln”. Hütter und Kollegen schienen 2007 in Berlin bei dem damals in Deutschland lebenden US-Amerikaner, der neben seiner HIV-Infektion auch an Leukämie litt, mit einer gegen den Blutkrebs gerichteten Knochenmarksübertragung das Virus eliminiert zu haben. Die Ärzte wählten Knochenmark von einem Spender mit einem Abwehr-Gen gegen HIV aus, seitdem galt Brown als HIV-frei. Trotz des neuen Befundes aus San Francisco seien in seinem Blut keine Viren nachweisbar, sagte Hütter “Focus”. Die neuerliche Nachweisbarkeit der HIV-Partikel könnte nach “Focus”-Informationen auf einen Messfehler oder erneuten Kontakt mit dem HI-Virus zurückzuführen oder ein Überbleibsel der alten Infektion sein.

Studien mit HIV-Heilung an 29 Patienten

Ungeachtet dessen beginnt das kalifornische Unternehmen Sangamo BioSciences in diesen Tagen eine Versuchsstudie mit 29 HIV-Infizierten, in der Sangamo das Prinzip der Behandlung an Brown nachahmen will. Die Sangamo-Forscher planen dabei “Focus” zufolge, die Immunzellen der Patienten gentechnisch so zu verändern, dass die Zellen gegen den Aids-Erreger immun werden. [dts Nachrichtenagentur]

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Sebastian Fiebiger (): Ich bin schon sehr gespannt auf die Ergebnisse der Studie. Zwar dürfte eine Knochenmarksübertragung keine Lösung für Millionen von HIV-Infizierten sein. Die Lernerfolge aus solchen Studien dürften der Suche nach einem Heilmittel aber helfen.


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Kommentare:
  • Luc

    Wenn ich mich recht entsinne, wurde früher bereits zu dem Thema geschrieben, dass der Patient einen an HIV erkrankten homosexuellen Partner hatte. Nach seiner “Heilung” wollte er auch angeblich weiter ungeschützen Verkehr mit ihm haben, wass dann die Viren bei seiner Darmschleimhaut schnell erklären könnte…

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