Infofalle Internet

Verbraucherschützer kritisieren Laienbeurteilungen von Medikamenten

Vor Hobbymedizinern, die im Internet unkontrolliert Beurteilungen für oder gegen Medikamente abgeben, warnt Kai Vogel, Referent im Bereich Gesundheit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, in der Apotheken Umschau. Mitarbeiter seiner Institution stellten testweise Berichte mit teils haarsträubenden Ratschlägen ins Internet. So half ein gängiges Erkältungsmittel angeblich auch gegen schlecht durchblutete Füße und löste sogar eine Verstopfung. Innerhalb von drei Tagen gingen 20 Reaktionen zu diesem „Erfahrungsbericht“ ein. 17-mal wurde der Text als „hilfreich“, dreimal als „sehr hilfreich“ beurteilt. Vogels Fazit: „Für die Informationssuche zu Arzneimitteln sind diese Foren nicht geeignet.“ Besonders Plattformen, in denen Nutzer ohne Rücksicht auf ihre fachliche Kompetenz auch noch materiell entschädigt werden, sind Vogel ein Dorn im Auge: „Die Medikamenten-Ecken in diesen kommerziellen Internetforen müssen geschlossen werden.“

Das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau 10/2006 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird kostenlos an Kunden abgegeben.

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